Regelbarer Ortsnetztrafo (RONT)

Die wachsende Einspeisung von unregelmässig und dezentral erzeugtem Strom, vornehmlich aus Wind- und Sonnenkraftwerken, stellt für Energieversorgungsunternehmen eine grosse Herausforderung dar: Sie müssen die Netze ausbauen oder die Einspeisung dezentraler Energie drosseln.

Mit regulierbaren Ortsnetztransformatoren (RONT), die von verschiedenen Herstellern auf den Markt gebracht worden sind, könnte eine effizientere, nachhaltigere und wirtschaftlichere Lösung gefunden sein. Denn sie regeln die heiklen Spannungsdifferenzen direkt in den Ortsnetzstationen, wo der Strom aus dem Mittelspannungsnetz (16 kV) auf jene Spannung gedrosselt wird, die Kundinnen und Kunden zu Hause in ihrer Steckdose erwarten: 230 Volt. Dazu passen RONTs sozusagen das „Übersetzungsverhältnis“ laufend an.

Im Juli 2015 wurde ein RONT im Swiss Energypark, in Villeret, installiert. Dieser stellt die optimale Integration einer Photovoltaik-Anlage mit einer maximalen Anschlussleistung von 124kW in den Swiss Energypark sicher. Ohne den RONT wäre das vorhandene Stromnetz zu schwach für Einspeisung der Photovoltaik-Produktion gewesen – die PV Anlage hätte nur mit 30% der möglichen Leistung betrieben werden können.
Die klassische Lösung für dieses Problem hätte darin bestanden, das Netz zu verstärken, indem eine neue, stärkere Trafostation gebaut worden wäre. Dies hätte dazu geführt, dass gegenüber der RONT-Lösung höhere Kosten für Kunden und Netzbetreiber resultieren hätten.
BKW und Lagoule haben sich für jedoch für den innovativen RONT entschieden: Er hält die Spannung für die Kunden jederzeit konstant, selbst bei maximaler Leistung der PV Anlage. Und er hält auch dem wirtschaftlichen Vergleich stand.

Zurzeit wird die innovative RONT-Technik in Villeret im Swiss Energypark praktisch getestet. Erweisen sich die Ergebnisse in der Praxis als befriedigend, werden RONTs in Zukunft vermehrt als Lösung für die Spannungshaltung eingesetzt.