Microgrid im Schweizer Kontext

Mit der dezentralen Energieerzeugung – hauptsächlich durch Fotovoltaikanlagen – wird der Aufbau so genannter Microgrids ermöglicht. Microgrids sind abgeschlossene Netzgebiete, die inselbetriebsfähig sind, zumeist jedoch im Netzverbund betrieben werden. Auf Gemeindeebene lassen sich erneuerbare Energien, Energiespeicherung und eine intelligente Verteilung lokal vereinen. Ein geeignetes Lastmanagement stimmt Erzeugung und Verbrauch aufeinander ab. Microgrids werden damit zu Bestandteilen des intelligenten Verteilnetzes, des so genannten Smart Grids.

Das Prinzip eines Microgrids wird im Swiss Energypark erprobt. Mit ihren lokal produzierenden Wind-, Wasser- und Fotovoltaikanlagen deckt die Region im Jahresdurchschnitt fast vollständig ihren Verbrauch: 113 GWh Bedarf stehen 96 GWh Erzeugung gegenüber.* Die Differenz bezieht die Region über das Stromnetz und die drei Unterstationen Saint-Imier, Le Noirmont und Mont-Soleil. Die Unterstationen versorgen die Region mit Mittelspannung, die von über 200 Trafostationen auf Niederspannung umgewandelt wird.

Die Vorteile und der Nutzen von Microgrids sind:
•    die Reduktion von Übertragungsverlusten,
•    eine bessere Integration von dezentralen Energiequellen
•    und die Ausbauvermeidung des Netzes auf tieferen Netzebenen.

* Mit Produktion ist die tatsächliche, physisch produzierte Energie in der Region gemeint. Diese ist jedoch nicht deckungsgleich mit dem effektiv gelieferten Strommix an die Kundinnen und Kunden.